Shen Han 沈翰

Selected work
Biography

 

Shen Han 沈翰, No title, 2016, Oil on canvas, 190x150 cm

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How to give a speech about works of art that refuse to? Shen Han's paintings possess the colours of silence, contrary to many of his contemporaries who pointlessly discourse.

Nothing to read. No messages to understand. Just to be carried away by the calm movements where shapes mingle, where the foreground and background dissolve in variations of white and grey with wisps of blue, red or yellow smokes.

Everyone will see what he wants: shadows, mist, fog, vapors, which sometimes take the shape of mysterious landscapes that are just mirages, prints of quivering souls, tenuous traces of intimate dreams.

It takes these works "a spectator endowed with the gift of emotion” in the words of André Breton. They require that we stop, empty ourselves to collect the echoes of the works of art, that we let go what is buried, genuine Rorschach blots that map forgotten memories and dreams. Oil is the best material to convey this atmosphere as it preserves till the end the rythme of his desire to paint, the true expression of the momentum going onto the canvas, additions, alterations, surprises, everything that may appear, since nothing is ever played in advance. With Shen Han oil is transformed to the fluid and wash-out appearance of water color.

You could talk of automatic painting, informal art, of a mixture of gestural painting and surrealism. Found through the abstraction a link between painting and the unconscious : the ambition is not new but is experiencing a revival.

Shen Han continues in his way, discreet and rigorous, this story by definition in progress. His originality is to subtly assemble the inspirations of Cy Twombly and the Chinese landscapes of the thirteenth century masters in order to capture the invisible.

Text by Eric Vinassac

面对这些拒绝述说的作品,我们该如何来谈论呢?和热衷于徒劳阐述的众多当代艺术相反,沈翰的画,保持着寂静的色彩。

不需解读,没有密码等待阐释。画面上,各种线条和形状交织在一起,前景与背景逐渐消失在白与灰所主导的微弱起伏的色调中,时而掺染着吐烟似的蓝、黄、红,就这样静静地将我们带入梦境,带入远方。

每个人都可以从中看到他所向往的:影子,迷雾,蒸汽,轻烟… 时而如海市蜃楼般地勾勒出某种神秘风景的印记,颤抖的灵魂,梦的私语。

面对这些作品,正如法国超现实主义诗人安德烈-布勒东(André Breton)所说,需要“一个天生易感的观众”(un spectateur pourvu du don d’émotion)。确实,这些画作无声地要求我们驻足,褪去焦躁,敞开心扉,去感受来自它们的回音,释放封藏的记忆,如同罗夏克(Hermann Roschach)的墨迹测试,是对回忆和被遗忘的梦的影射。

对沈翰来说,油画是营造这个意境的最好媒介,因为直到最后一刻,它都忠于艺术家对“画”这一行为的饥渴。不做任何事先预想,随着笔刷在画布上的触击、添加、覆盖、修改、意外,所有那些可能在绘画过程中产生的一切,都是最接近绘画本质的表达。甚至,油画最终呈现出水彩画一般的轻与淡。

也许可以用自动绘画,非定型艺术,或是手势绘画与超现实主义的结合,来形容沈翰的创作。通过抽象的形式,来寻找绘画和无意识之间的关联,这个尝试固然不新,但是,在今天却有着新的意义。他试图记录虚无飘渺的风景,形神之中,我们自然联想到赛-托姆布雷(Cy Twombly),甚至13世纪中国山水画大家的作品。重要的是,沈翰以自己独有的信仰,低调和严谨的姿态,继续着这个似乎注定没有结果的追寻。

Eric Vinassac

 

Han Shen malt Bilder! Neben den großformatigen Leinwänden entstehen immer wieder kleine Formate, auf denen er seine Ideen und Emotionen schneller realisieren kann, als auf den großen Leinwänden, die aber nicht als Skizzen für den „großen Wurf“ gesehen werden sollten, sondern sie helfen beim Spielen. Han Shen spielt auf seinen Leinwänden mit Linien, Farbfeldern und dem Material, der Ölfarbe. Die Ölfarbe ist wichtig, weil sie langsam ist und seinem Arbeitsprozess so entgegen kommt. Er gibt sich dem malerischen Prozess dabei völlig hin und ist ihm manchmal auch völlig ausgeliefert. Wer kann schon sagen wann ein Bild fertig ist? Han kann das nicht. Fragt man ihn danach, dann bekommt man ein zögerliches: “Ich weiß nicht“, als Antwort. Was passiert also da auf der Leinwand? Da gibt es einen Anfang, vielleicht einige Linien und ein paar Farbkleckse, manche dick aufgetragen. Dann glaubt man etwas zu erkennen, da taucht etwas figürliches auf, um im nächsten Moment durch die nächste Malschicht  wieder verdeckt zu werden. Es ist nur verdeckt, nicht ausgelöscht! Das ist wichtig, denn Han Shen’s Bilder haben mit Erinnerung zu tun. Sie erzählen Geschichten ohne im eigentlichen Sinn narrativ zu sein.

Da kommt etwas hoch, ein Gedanke oder ein Image (Imago) und findet in seiner Flüchtigkeit Eingang ins Bild, um im nächsten Moment wieder verschleiert zu werden. Die Spur die zurückbleibt, die ist wichtig, nicht die Wiedererkennbarkeit des Gegenstands oder der Figur. Han Shen’s Bilder erfahren so ihre Verdichtung. Am Ende, man weiß nicht so genau warum,ist das Bild ‚fertig’. Aber was heißt das schon, Han spielt schon wieder, kleine Tonklumpen werden zu etwas Geformten, werden angemalt und manchmal wieder kaputt gemacht – alles auf Anfang.

Burkhard Held
Professor at Berlin University of the Arts